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Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

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Moderator: Helene

Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

Beitragvon Volkmann am 19.03.2005, 20:57

Wer hätte das gedacht!?

Extra-Portion Kalzium verhindert neue Darmpolypen
1200 bis 2000 mg Kalzium täglich reduzieren Rezidivrate
BUFFALO (mal). Bei konsequenter Ergänzung der täglichen Nahrung mit Kalzium-Präparaten ist die Wahrscheinlichkeit, daß sich nach endoskopischer Entfernung adenomatöser Darmpolypen neue solche Polypen entwickeln, deutlich reduziert. Das bestätigen jetzt US-Forscher nach Durchsicht aller hierzu verfügbaren Literatur. Adenomatöse Darmpolypen gelten bekanntlich als Darmkrebs-Vorläufer.


Rotglänzend hebt sich hier ein 3 mm großer Polyp vom Darmgewebe ab. Foto: Patrick Rogalla
Für ihre Metaanalyse haben die Forscher um Dr. Aasma Shaukat von der Universität in Buffalo im US-Staat New York nur Studien berücksichtigt, in denen in einem prospektiven randomisierten Studiendesign mit Placebo-Kontrolle der Effekt einer Supplementation von Kalzium auf das Wiederauftreten adenomatöser Darmpolypen endoskopisch überprüft wurde.

Bisher seien nur drei Studien mit einem solchen Studiendesign veröffentlicht worden, so die US-Forscher (Am J Gastroenterol 100, 2005, 390).

Die gemeinsame Auswertung der Daten aller 1485 in diese drei Studien aufgenommenen Patienten ergab: Bei täglicher Ergänzung der Nahrung mit 1200 mg bis 2000 mg Kalzium ist nach endoskopischer Entfernung adenomatöser Darmpolypen die Rate von Patienten mit neuen adenomatösen Polypen um 20 Prozent geringer als bei Zugabe von Placebo.

In den drei berücksichtigten Studien wurden dabei die Kontroll-Endoskopien drei oder vier Jahre nach Studienbeginn gemacht. Die durch die Nahrung täglich aufgenommene Menge an Kalzium lag nach Auswertung der Ernährungsgewohnheiten zwischen 940 mg und 1600 mg.

Übereinstimmend mit Professor Robert S. Sandler von der Universität in Chape Hill im US-Staat North Carolina halten die US-Forscher Kalzium für einen vielversprechenden Kandidaten für eine Chemoprävention kolorektaler Adenome. Nur zwei Gründe dafür seien der Schutzeffekt bei guter Verträglichkeit.

Daten zum Effekt einer Kalzium-Supplementation auf die Darmkrebs-Inzidenz lägen - auch aufgrund der langen Entwicklungsdauer von Karzinomen aus adenomatösen Polypen - noch nicht vor, so Sandler in einem Editorial zur Metaanalyse (Am J Gastroenterol 10, 2005, 396).

Hier Informationen zu bekommen, sei ein Ziel etwa der laufenden Women’s Health Initiative-Studie, so Sandler. In dieser Studie wird der Effekt von Kalzium plus Vitamin D zur Prävention der Osteoporose geprüft, als sekundäres Zielkriterium wird etwa auch die Inzidenz kolorektaler Karzinome erfaßt.


KOMMENTAR
Täglich ein bißchen Krebs-Prävention
Von Marlinde Lehmann


Für die Prävention adenomatöser Darmpolypen, mögliche Basis der Entwicklung von Darmkrebs, ist die Kalzium-Supplementation ein interessanter Ansatz. Das bestätigt jetzt eine Meta-Analyse Placebo-kontrollierter Studien.

Auch die mögliche Wirkweise, daß nämlich Kalzium zum Beispiel toxische Gallensäuren bindet und damit ihre proliferativen Effekte auf die Darmschleimhaut verhindert, scheint plausibel. Noch reichen die Daten aber nicht, um die Kalzium-Supplementation zur Krebs-Prävention breit zu empfehlen.

Was Hausärzte ihren Patienten zur Darmkrebs-Prophylaxe aber jetzt schon guten Gewissens raten können, ist etwa, sich ballaststoffreich zu ernähren, am besten täglich Sport zu treiben und abzuspecken. Diese Ratschläge gelten als ausreichend durch Studien gesichert.

Mehr Sport zu treiben tut außerdem den Gefäßen gut und dem Geldbeutel nicht unbedingt weh. Sportliche Menschen haben weniger Kolonpolypen und ein niedrigeres Krebsrisiko.

Und aktuelle Studiendaten bestätigen, daß bei hohem Ballaststoff-Verzehr die Darmkrebs-Rate um 40 Prozent niedriger ist als bei geringem Ballaststoff-Verzehr. Wichtig ist auch, nach Polypektomie an Kontroll-Endoskopien zu erinnern, erstmals drei Jahre danach.
Ihnen alles Gute mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit!
Ihr
Peter-Hansen Volkmann
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Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

Beitragvon Forgeron am 27.04.2006, 08:38

So beißt sich die Katze in den Schwanz:
Bei einer amerikanischen Studie mit 21.000 Patienten hatte sich herausgestellt, daß die Krebshäufigkeit zunimmt, insbesondere Prostata-Ca bei Männern, wenn nur 0,6 g Calcium pro Tag zugeführt werden. Empfohlen werden bei uns jedoch 1-1,5 g! Der Grund ist: Krebs beruht auf einer katabolen Entgleisung des Zellstoffwechsels. Jede vermehrte Zufuhr von Calcium verschlechtert die katabole Stoffwechsellage noch weiter und schwächt das Abwehrsystem wegen der antagonistischen Wirkung in Bezug auf Magnesium. Es können deshalb Tumore zum Ausbruch kommen, insbesondere Carcinomata in situ (Anfangsstadium). Hier ist also größte Vorsicht geboten.

Kurt Schmidt
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Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

Beitragvon Volkmann am 27.04.2006, 18:19

Wo die Katze sich beißt, scheint mir doch sehr die Frage zu sein.
Die von Ihnen zitierte Studie spricht zwar von einer Calcium-Zufuhr. Was den Probanden aber tatsächlich zugeführt wurde, bleibt bei dieser wie bei den allermeisten anderen Studien völlig im Dunkel.
Dabei kann es sich besipielsweise um cancerogene Zusatzchemikalien vom Weichmachertyp Phtalat ebenso handeln wie um Stabilisatoren und andere Tablettierhilfsmittel, die von Allergien über toxische Leberschäden bis zu Krebs für so manche moderne Erkrankung stehen.
Wenn Sie sich belesen möchten, finden Sie zu diesem Thema weitere Informationen z.B. online bei
http://www.zusatzstoffe-online.de/

Ein Beispiel für Farbstoffhinweise in diesem Zusammenhang:

Name: Gelborange S
weiterer Name: Sunsetgelb FCF

E-Nummer: 110
Klassenname: Farbstoff

Eigenschaften: Gelb-oranger, wasserlöslicher Azofarbstoff von hoher Lichtechtheit und Hitzebeständigkeit. Gelborange ist sehr stabil gegenüber Fruchtsäuren.

Herstellung: chemisch-synthetisch

Zulassung: für bestimmte Lebensmittel zugelassen (nähere Informationen: ZZulV, dort im Anhang 1 Teil B und Anhang 1 Teil C)

Höchstmengen je nach Anwendungsgebiet 50-500 mg/kg


Verwendung: Getränke, Schokoladenmixgetränke

Süßwaren, Marzipan, Puddingpulver, Zitronenquark, Joghurtcreme, Kunstspeiseeis

Fruchtkonserven, Aprikosenmarmelade, Kunsthonig

Backwaren, Biskuits mit Orangengelee

Krabben, Käsesauce, Fertigsuppen, Paniermehl

auch bei Arzneimitteln zur Färbung von Dragees

Sicherheit: Im Tierversuch wurde eine Geschwulstbildung beobachtet. Es ist nicht sicher, ob diese Ergebnisse auch auf den menschlichen Organismus übertragen werden können.

Aufgrund der chemischen Struktur (Azofarbstoff) besteht der Verdacht auf Auslösung von Pseudoallergien und
hyperkinetischem Syndrom bei entsprechend disponierten
Menschen; besonders bei Personen, die empfindlich auf Aspirin oder Benzoesäure (E 210) reagieren.

Es wird vermutet, dass Gelborange S an der Auslösung von Hautreaktionen (Neurodermitis) und Asthma beteiligt sein könnte.

ADI–Wert: 0-2,5 mg/kg


Info: Biotechnologie online der Uni Würzburg: Gelborange

Was also sind derartige Studien wirklich wert?
Ihnen alles Gute mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit!
Ihr
Peter-Hansen Volkmann
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Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

Beitragvon Forgeron am 30.04.2006, 08:39

Sehr geehrter Herr Dr. Volkmann,

da Sie die von mir genannte Studie anzweifeln, ( "Erfahrungsheilkunde Band 52 - 1- 2003") , was prinzipiell angebracht erscheint, weil die veröffentlichten Ergebnisse und ihre Interpretationen oft von bestimmten Geldgebern beeinflußt wird, die eine Studie finanziert haben, müßten Sie eigentlich - logischerweise - auch die von Ihnen angeführte Metaanalyse über eine Extraportion Kalzium gegen Darmpolypen über den gleichen Leisten ziehen und dürften Sie erst garnicht in den Vordergrund rücken, denn wer weiß...

Freundlicher Gruß
Kurt Schmidt
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Kalzium schützt vor Darmkrebs - Ärztezeitung

Beitragvon Volkmann am 03.05.2006, 23:10

Hallo Herr Schmidt!
Doppelblindstudien sind für doppelt Blinde! Das gilt auch für Metaanalysen nach meiner Einstellung. Nichts desto Trotz gibt es Menschen, die sich lieber auf derartige Studien als auf eine logische Beurteilung bestimmter Fragestellungen verläßt. Für diese Menschen habe ich die o.a. Studie hier ins Netz gestellt.
Damit ist nicht gesagt, daß alle Studien falsch sind. Damit ist lediglich gesagt, daß man Studien in jedem Fall kritisch hinterfragen sollte.
Anderseits ist Ihre wie meine Zeit sicherlich relativ knapp, um diese Diskussionen online in extenso zu führen. Soweit Ihnen einige meiner Hinweise oder Stellungnahmen unklar sind, bin ich gern bereit, zu Aufklärung beitzutragen. Ein abschließendes Urteil muß sich jedoch in jedem Einzelfall jeder Mensch selber bilden.
Das heißt, daß Ihre Fragestellungen sich sicherlich von der anderer Leser deutlich unterscheiden. Also bilden Sie sich Ihr Urteil und lassen Sie mich die mir nicht unwichtigen Informationen für die Interessierten veröffentlichen, denen solche Informationen wenig oder nicht zugänglich sind.
Die Auswahl von wichtigen Informationen wird stets subjektiv sein - was Ihnen sicherlich auch klar ist!
Ihnen alles Gute mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit!
Ihr
Peter-Hansen Volkmann
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